Wenn jemand nach dem Ziel von Animal Crossing fragt ist das immer sehr schwer zu beantworten. Das war schon immer so. Wo liegt bei Nintendos Lebenssimulation, oder wie sie es nennen „Kommunikationsspiel“, der Reiz? Jemand der die Reihe schon länger verfolgt kennt diesen Reiz und der erste Trailer von Animal Crossing: New Horizons stellt diesen so gut es geht dar. Bei Animal Crossing geht es hauptsächlich um Entspannung und Spaß. Kann man auf diesen Prinzipien ein gutes Spiel aufbauen? Das werden wir euch versuchen in diesem Review zu erläutern.

Eine Lange Reise

Zum Zeitpunkt des ersten Trailers von Animal Crossing New Horizons war der Vorgänger auf dem 3DS bereits fast sieben Jahre alt. Fans warteten also eine überdurchschnittlich lange Zeit auf die Ankündigung des Titels. Doch all das Warten zahlte sich aus, denn schon ab dem ersten Trailer wurde klar welche Sprünge die Serie in Grafik und Sounddesign machen würde. Details welche auf dem 3DS undenkbar wären, sowie neue Bewohner und natürlich das neue Setting.

In Animal Crossing: New Horizons zieht man nicht, wie für die Serie eigentlich typisch, in ein bereits existierendes Dorf mit anderen Bewohnern ein. Der Spieler bucht einen entspannenden Inselurlaub bei dem rückkehrenden Businesstanuki Tom Nook. Dieses neue Setting hatte das Potenzial das Spielerlebnis deutlich von den Vorgängern abzuheben. Um herauszufinden ob dies der Fall war, mussten sich Fans jedoch noch ein wenig gedulden, da Animal Crossing: New Horizons von 2019 auf März 2020 verschoben wurde.

Liebe bis ins kleinste Detail

Beim ersten Start wird direkt eines klar. Grafisch macht das Spiel trotz seines eher simplen Stiles einiges her. Sind es nun die neuen Lichteffekte oder die Blätter wie sie im Winde wehen. Animal Crossing: New Horizons strotzt nur so vor kleinen und liebevollen Details. Einen starken Kontrast zu dem generell eher simplen Stil machen Objekte wie Fische, Fossilien oder Möbel. Unter den richtigen Bedingungen können diese wirklich realistisch aussehen. Dies führt zum ein oder anderen sehr lustigen Bild, fügt aber im Großen und Ganzen zum Charme des Spieles hinzu.

Zur Grafikqualität trägt nicht nur der markante Stil der Reihe hinzu sondern auch die Auflösung des Spiels. Animal Crossing: New Horizons läuft in der Dockingstation bei 1080p mit 30fps und im Handheld-Modus ist die Optik auf 720p 30fps beschränkt. Die Bildrate ist jedoch extrem solide und brach bis dato kein einziges mal ein. Für ein langsameres Spiel wie Animal Crossing: New Horizons reichen 30 Frames zwar aus, aber das Spiel würde mit vollen 60 Frames pro Sekunde sich sicherlich als eines der hübschesten Spiele der Nintendo Switch einreihen.

Gestaltung und Selbstverwirklichung

Die Grafik ist ja aber auch nur ein Baustein des Spiels. Der Hauptbestandteil, das Gameplay, muss natürlich auch stimmen. Zum Start des Spiels bekommt man die Gelegenheit erstmals seinen eigenen Charakter zu gestalten. Mit einigen Auswahlmöglichkeiten bezüglich Hautfarbe, Nase, Haaren und Mündern bietet Animal Crossing: New Horizons gleich zu Beginn deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als seine Vorgänger. Der serientypische Persönlichkeitstest fällt hierdurch weg und man bestimmt jedes Detail diesmal selbst. Sein Aussehen kann man außerdem, wie einem auch direkt versichert wird, im Laufe des Spieles auch ändern und anpassen. Ist alles zufriedenstellend gelangt man anschließend via Flugzeug mitsamt zwei anderen Urlaubern direkt auf die Insel.

Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt!

Nach einem Einführungstag, der einem die Grundlagen des Spiels und des neuen Craftingsystem näher bringt, startet das Spiel erst wirklich in den ersten Tag. Animal Crossing: New Horizons läuft in Echtzeit ab, was bedeutet, dass die Uhrzeit und das Datum verschiedene Ereignisse im Spiel selbst bestimmen. Durch dieses Konzept fühlt der Spieler sich sehr verbunden mit der Welt. Das Spiel fungiert hierdurch quasi als eine alternative Realität welche zum Eintauchen einlädt. Jedoch schränkt dieses Besonderheit das Spiel in den ersten paar Tagen extrem ein. Anfangs steht dem Spieler nur ein kleiner Teil der Insel offen. Um weitere Teile der Insel begehbar zu machen müsst ihr euch neue Werkzeuge selbst herstellen und auf manche Prozesse auf der Insel warten. Einige davon sind von dem Spieler selbst abhängig und können echte Tage dauern.

Für Bauarbeiten oder das Herstellen von neuen Werkzeugen ist da bereits angesprochene Craftingsystem von Nöten. Es wurde neu in diesem Ableger eingeführt und ist zu Beginn sehr limitiert in seinen Möglichkeiten. Sobald man jedoch etwas seltenere Ressourcen findet, werden weitere Bastelideen freigeschaltet und das entsprechende Menü wird stetig gefüllt. Die Begrenzung auf einen kleinen Teil der Insel veranlasst zu Beginn jedoch, dass nur eine bestimmte Anzahl an Ressourcen, wie zum Beispiel Holz oder Eisenerz, an jedem Tag zur Verfügung stehen. Wenn der gute Tom Nook also veranlasst neue Gebäude zu bauen ist der Spieler, welcher zum Inselsprecher ernannt wurde, erstmal dafür verantwortlich Materialien zu sammeln.

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