Der Spooktober hat jedes Jahr etwas im Horror-Bereich zu bieten und mit Phasmophobia hat es wieder mal überraschend ein Indie-Titel an die Spitze geschafft. Im Sturm erobert das Spiel die Twitch- sowie auch die Steam-Charts, entwickelt von nur einer einzigen Person. Kinetic Games, hinter welchem der einzige Entwickler „DKnighter“ steckt, startete das Projekt schon vor ein paar Jahren und veröffentlichte das Spiel vor Kurzem via Early-Access auf Steam.

Was ist eigentlich Phasmophobia?

Phasmophobia ist die Angst vor Geistern. Und der Titel trifft den Nagel auf den Kopf. Ihr schlüpft in die Rolle eines paranormalen Ermittlers und sollt mit bis zu 4 Spielern herausfinden, mit welchem Geist ihr es in den jeweiligen Häusern zu tun habt. Dabei stehen euch am Anfang ein paar Grundwerkzeuge zur Verfügung. Einer der ausschlaggebenden Punkte für dieses Spiel ist die Spracherkennung. Richtig gehört, ihr könnt mit den Geistern sprechen und Reaktionen fordern. Für die Spieler gibt es hier einen Lokalen-Sprachchat sowie auch ein Funkgerät, falls man sich in verschiedenen Teilen des Gebäudes befindet. Aber seid gewarnt, denn der Geist, mit dem ihr es zu tun habt, hört euch – egal ob ihr Push-to-Talk nutzt oder nicht. Das Mikrofon zeichnet also durchgehend auf und hört euch.

Phasmophobia bietet zudem auch an, sich komplett in VR zu gruseln, wenn man es auf die Spitze treiben möchte.

Die Mobile Einsatzbasis

Ihr startet zu Anfang jeder Mission in einem Truck, wo ihr alle eure Werkzeuge findet und einiges an Informationen erhaltet. So habt ihr auf der einen Seite Regale mit all euren Sachen sowie einen PC, mit dem ihr die Kameras kontrollieren könnt. Auf der anderen Seite findet ihr ein Whiteboard mit Informationen und den Missionen sowie mehrere Bildschirme, die euch den Geisteszustand der Spieler anzeigen, eine Karte, die allgemeine paranormale Aktivität im Gebäude zeigt, und eine Anzeige für später, wenn ihr Geräuschsensoren besitzt. Die Uhr über dem PC zeigt euch hierbei bei niedrigen Schwierigkeitsgraden eine gewisse Ruhezeit an in der ihr weniger Gefahr lauft, angegriffen zu werden und nicht soviel Geisteszustand verlieren solltet.

Der Ermittler ist nur so gut wie sein Werkzeug

Jetzt steht ihr also da mit all den Werkzeugen und sollt loslegen. Es ist an euch, vorab rauszufinden, in welchem Teil des Hauses der Geist sich vorwiegend aufhält. Der EMF-Reader bietet hier Anfangs die beste Möglichkeit. Diese Geräte sind für elektromagnetische Messungen da, sollen aber hier paranormale Aktivität aufspüren. Wenn ihr also einen Ausschlag von 2 oder mehr LEDs bekommt, wisst ihr schon, wo ihr euch um den Rest kümmern müsst. Bei einem Ausschlag von 5 habt ihr sogar schon einen von 3 Beweisen gefunden, den ihr zur Identifizierung benötigt. Nun habt ihr mehrere Optionen, was ihr als erstes tun wollt. Ihr könnt zum Beispiel eure Videokamera aufstellen, um Geister-Orbs (also leuchtende Partikel) zu entdecken, mit der UV-Lampe nach Fingerabdrücken suchen, versuchen, ob der Geist euch über die Geisterbox antwortet, oder das Buch in den Raum schmeißen und schauen, ob der Geist euch eine Nachricht hinterlässt. All das gilt als Beweis für bestimmte Geister und jeder Geistertyp hat 3 verschiedene Beweise, die benötigt werden.

Euch stehen später noch mehr Utensilien zur Verfügung wie Bewegungssensoren, Thermometer, oder Parabol-Mikrofone. Dabei habt ihr allerdings wenig bis gar keine Möglichkeiten, euch gegen den Geist zu wehren. Ihr könnt ihn kurzzeitig mit Räucherstäbchen beruhigen, oder eine Jagd mit einem Kruzifix abbrechen – das war es aber auch schon. Ihr seid nicht für den Exorzismus da, sondern bereitet ihn mit euren Ermittlungen nur vor. So der Grundgedanke des Spiels.

Die andere Art von Horror

Ein Horrorspiel kommt natürlich nicht gänzlich ohne Jumpscares aus. Bei Phasmophobia sind diese aber sehr gut und nicht zu aufdringlich platziert. So atmet euch der Geist zwischendurch ins Ohr, manifestiert sich zuckend vor euch oder, wenn ihr ihn wirklich aufgebracht habt, jagt euch, um euch zu töten. Der Hauptaspekt zeigt sich aber in dem beklemmenden Gefühl, das man nie weiß, ob, wann oder was passieren wird. So schleicht ihr also durch die düsteren Gebäude, nicht wissend wo sich der Geist aufhält, während dieser Türen öffnet und schließt, mit den Lichtern spielt oder sogar die Sicherung des Hauses ausschaltet und euch damit im Dunkeln lässt.

Das Spiel setzt zudem auf ein System rund um den Geisteszustand der einzelnen Spieler. So starten alle mit 100 % und je mehr ihr euch im Dunkeln aufhaltet oder Zeuge von paranormalen Ereignissen werden, sinkt dieser Wert. Was am Ende dazu führt, dass ihr immer mehr ins Fadenkreuz einer Jagd durch den Geist geratet. Es passiert sonst nichts weiter wenn ihr 0 % Geisteszustand erreicht, außer dass es schwierig werden dürfte, sich noch frei im Haus zu bewegen.

Solltet ihr während eines Einsatzes sterben, so verliert ihr alle Gegenstände, die ihr selbst mitgebracht habt. Auf niedrigen Schwierigkeitsstufen kriegt ihr einen Teil des Geldes als Versicherung wieder, auf dem höchsten bekommt ihr allerdings nichts zurück. Solltet ihr eine Mission erfolgreich abschließen, bekommt ihr Geld. Je mehr optionale Punkte ihr abgeschlossen und Fotos gemacht habt, desto mehr Geld bekommt ihr. Von diesem Geld könnt ihr euch dann neue und bessere Ausrüstung kaufen.

Die Geister

Insgesamt habt ihr es mit 12 verschiedenen Geistertypen zu tun, wenn auch immer nur mit einem pro Mission. Diese reichen vom normalen Gespenst über Banshee bis hin den populären Poltergeistern oder Dschinns. Jeder dieser Geister bringt seine eigenen Stärken und Schwächen mit sich. So wirft der Poltergeist zum Beispiel gerne, wie bekannt, Dinge durch die Gegend, ist aber geschwächt in Räumen, in denen es kaum Gegenstände gibt. Jeder Geist hat 3 Beweise, die klar auf ihn hindeuten. Die Beweise selbst können sich allerdings im Einzelnen überschneiden. So habt ihr bei der Banshee und beim Dschinn einen EMF-Ausschlag von 5 als Beweis, aber nur der Dschinn redet mit euch über die Geisterbox. Aufgrund des Early-Access gibt es derzeit auch nur begrenzt Modelle, in denen sich die Geister manifestieren. Diese reichen von alten Frauen über entstellte Männer sogar bis hin zu einem kleinen Kind, das auch gerne mal auf allen Vieren zu euch gekrochen kommt.

Der Entwickler sagt, die Beschreibungen innerhalb des Journals soll man nicht allzu sehr als ausschlaggebend nehmen. Das bedeutet, während beim „Shade“ zum Beispiel steht, dass er schüchtern ist – also weniger aggressiv – wenn mehrere Personen beisammen sind, kann er auch sehr gut zum Rambo werden und aktiver sein als manch anderer.

Fazit

Phasmophobia hat mich als alten Horror-Fan komplett überzeugt. Die Zahlen auf Twitch sprechen hier auch für sich. Aufgrund des Early-Access und dem Fakt, dass nur eine Person aktiv an diesem Spiel arbeitet, fehlt allerdings leider noch der Content. Auf dem offiziellen Discord sieht man aber, dass der Entwickler keine Mühe scheut. Momentan gehen Bugfixes noch vor, da es immer wieder zu Problemen mit der Spracherkennung und dem Voice-Chat kommt. Über ein Trello-Board gibt es aber auch eine sehr transparente Roadmap mit Dingen einzusehen, an denen gearbeitet wird. Ich kann persönlich nur empfehlen, euch richtig in das Spiel reinzuversetzen ohne es zu sehr zu suchten, um einen frühzeitigen Burn-Out zu vermeiden, da eventueller Content sicherlich noch etwas auf sich warten lassen wird.

Phasmophobia ist bereits seit dem 18. September auf Steam für Windows-Nutzer als Early-Access-Titel verfügbar. Kann sowohl normal am Desktop sowie in VR gespielt werden.

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